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Modellbauer und Ihre Modelle

 

Im Werft- und Reedereimodellbau gab es seit Beginn des 20. Jahrhunderts europaweit eine ganze Reihe renomierter Modellbauer und Modellbaubetriebe, deren Blütezeit sicherlich in den 1950er-1960er Jahren lag. Im Rahmen des wirtschaftlichen Aufschwungs der Nachkriegsjahre boomte der Schiffbau in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas und die Auftragsbücher füllten sich auch bei den oftmals kleinen Modell-Werften. In dieser Zeit entstand eine Vielzahl von hochwertig gearbeiteten Modellen schön geschnittener Schiffe.

 

Modellbaubetriebe gab es z.B. in Hamburg in großer Anzahl - nicht selten unscheinbare 1-2 Mann Unternehmen mit kleiner Werkstatt.

 

Deutschlandweit zählen bzw. zählten zu renomierten gewerblichen Schiffs-Modellbauern:

 

- Christel Stührmann - Werkstätten für Modellbau und Feinmechanik Hamburg (tätig von 1899 - 1998)

- Werner Winkelmann - Feinmechanischer Modellbau Hamburg-Schnelsen

- Ihlenfeldt & Berkefeld GmbH Hamburg-Altona (tätig seit 1913)

- Günter Schmidt Modellbau Flensburg

- R. Ottmar Modellbau Flensburg

- RIWAG Richard Wagner Modellbau Flensburg (tätig von ca 1935 - 1974)

- Unterweser Modellbau Bremen-Nord (tätig von 1952 - 1993)

 

 

Detailaufnahme aus der Sammlung - Werftmodell aus der Werkstatt von Chr. Stührmann, HamburgDetailaufnahme aus der Sammlung - Werftmodell aus der Werkstatt von Chr. Stührmann, Hamburg

 

Aus ihren Werkstätten stammen zusammengerchnet tausende von Modellen, die sich heute weltweit in Reederei- und Werftbüros, Banken, Schiffahrtskontoren und nicht zuletzt Museen und Privatsammlungen befinden. Der hierbei bevorzugte Modell-Maßstab beträgt überwiegend 1:100 bzw. bei größeren Schiffen wie Tankern oder Massengutfrachtern 1:150 oder 1:200. Beim Bau der Modelle orientiert man sich strikt an den Bauplänen der Werft, die nach Wünschen und in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber entstehen. Die Modelle entstehen in unzähligen Arbeitsstunden und werden als Einzelstücke oder in Kleinstserien (2-3 Exemplare) gebaut. Die Fertigungszeit eines solchen Modells kann je nach Größe und Ausstattung mehrere Monate betragen.

 

 

 Detailaufnahme aus der Sammlung - Werftmodell aus der Werkstatt von Chr. Stührmann, HamburgDetailaufnahme aus der Sammlung - Werftmodell aus der Werkstatt von Chr. Stührmann, Hamburg

 

Weitere Informationen zu ausgewählten Modellbauern und Modellbau-Betrieben finden Sie in den Untermenü-Punkten dieser Seite. Zu einigen Modellbauern ist leider sehr wenig bekannt bzw. eine Recherche blieb erfolglos. Jegliche Information zu Lebensläufen und Firmengeschichte hier benannter Modellbauer nehme ich dankend entgegen.

 

 

 

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Mit Beginn der Auslagerung des Handelsschiffbaus in fernöstliche Regionen ab den frühen 1970er Jahren ging die Zahl der von Werften und Reedereien in Deutschland in Auftrag gegebenen Modell-Neubauten jedoch deutlich zurück. Mit der Inauftraggabe des Neubaus z.B. eines Tankers oder Bulkers in Japan oder später auch in Korea wurden auch die zugehörigen Schiffsmodelle in Werkstätten vor Ort für den Eigner gebaut. Speziell japanische Modellbaubetriebe lieferten hierbei erstklassige Arbeiten ab. Solche Modelle aus der Frühzeit dieser Entwicklung sind an vielen unlackierten und glänzend polierten Messing-Beschlagteilen auf den Decks zu erkennen - später setzte sich jedoch leider auch dort der Kunststoff als gängiges Material durch. Die Modellqualität litt seit den 1980er Jahren teilweise sichtbar, da der Kostendruck im Schiffbau auch auf die Budgets für die Werft- und Reedereimodelle Auswirkungen hatte. Viele Modellbauer gaben Ihr Handwerk infolge dessen auf. In Deutschland sind heute nur noch wenige Modellbaubetriebe wie z.B. Ihlenfeldt & Berkefeld, Hamburg im Präzisions-Schiffsmodellbau tätig.

 

 

 

Das Fazit:Detailaufnahme aus der Sammlung - Werftmodell aus der Werkstatt von G. Schmidt Modellbau, FlensburgDetailaufnahme aus der Sammlung - Werftmodell aus der Werkstatt von G. Schmidt Modellbau, Flensburg

In der Fertigung Ihrer Abbildungen der großen Vorbilder einte und eint alle professionellen Modellbauer der Wunsch, möglichst nah am Vorbild zu sein und dem Modell durch hochwertige Materialien und feinste Details ohne die Verwendung von Serien, oder Fertigteilen eine authentische Ausstrahlung zu verleihen. Da die Modelle ihre oftmals nach 20-30 Jahren verschrotteten Vorbilder in der Regel um viele Jahrzehnte überleben, bleiben sie immer der beste und greifbarste Bezug zum Schiff selbst. Das macht sie als schiffbautechnisches Zeitdokument und Zeugnis der Handwerkskunst Ihrer Erbauer einzigartig und wertvoll.